Ein Hoffnungsschimmer?

Vor nicht allzu langer Zeit, erzählte uns eine an Hyperemesis Gravidarum Erkrankte in unserer Selbsthilfegruppe davon, dass sie einen Hormonstatus hat erstellen lassen und dabei ein Mangel an gewissen Hormonen festgestellt wurde. Seitdem gleicht sie diesen Mangel aus und erlebt dadurch eine enorme Verbesserung der Symptome von HG. Daraufhin wurde ich hellhörig und schrieb die Verantwortliche für die Seite  http://www.hormonselbsthilfe.de, Frau Elisabeth Buchner an.

Frau Buchner befasst sich seit Jahren mit der Behandlung von Hormonungleichgewichten und deren Auswirkungen. Auf meine Frage hin, welcher Zusammenhang zwischen HG und einem Hormonungleichgewicht besteht und ob man diesen durch die Gabe von Hormonen ausgleichen und damit die HG eindämmen und sogar heilen kann , schrieb sie mir folgende Antwort:

Ja in sehr vielen Fällen ist es relativ leicht, das schlimme Erbrechen abzustellen.

Hier ein paar Erfahrungen dazu:

Wir haben in fast allen Fällen erlebt, dass heftiges
Schwangerschaftserbrechen ein Signal für ein unausgewogenes Hormonsystem sein kann. Manchmal bestand schon vor der SWS ein Ungleichgewicht, das unter der Herausforderung der SWS verstärkt wurde.

Folgende Hormone können hier eine Rolle spielen:

Zu viel oder zu wenig Estradiol
Zu wenig Progesteron
Zu wenig Cortisol
Heftige Schilddrüsen-Hormonschwankungen (meistens bei Frauen mit unangemessener SD-Medikation oder eigentlich nötiger SD-Regulierung)

In der SWS spielt auch das Estriol eine sehr große Rolle – aber ob ein Mangel davon auch bei Schwangerschaftsbeschwerden beteiligt ist, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Es ist bei sehr vielen Frauen niedrig – auch bei Frauen ohne Übelkeit in der SWS!

Wir haben uns 2 Jahre Zeit genommen und Frauen mit kontinuierlichen
Speicheltests begleitet. Die Bedingungen dafür waren:
– keinerlei Beschwerden
– keine Diagnosen von Grunderkrankungen od. chronischen Erkrankungen
– keine vorausgegangenen Abgänge
– keine Hormonanwendungen im unmittelbaren Vorfeld der Schwangerschaft.

Seitdem können wir sehr genau an den daraus ermittelten Zielbereichen erkennen, wo die Vergleichsbereiche zu sehen sind und welche Messungen davon erheblich abweichen.
Unser Ziel ist es nicht nur, mögliche Ursachen von häufigen
Schwangerschaftsbeschwerden erkennen zu können, sondern auch drohende Abgänge zu vermeiden.

Eine Hormonregulierung muss keineswegs immer gleich die Anwendung eines niedrigen Hormonproduktes erfordern, sondern kann teilweise gut durch gezielte Nahrungsmittel erfolgen. Dieses Know-how können medizinische
Fachkräfte (Gynäkologen, Ärzte aller Sparten, Hebammen, Heilpraktiker) in unseren Schulungen lernen. Diese derart geschulten Fachkräfte findet man auf unserer Homepage www.Hormonselbsthilfe.de unter Berater – je nach Land und
Postleitzahl sortiert.
In gewohnten Blutuntersuchungen sind diese oft sehr auffälligen Abweichungen selten erkennbar. Dass speziell in Deutschland der Speicheltest wenig Akzeptanz erfährt, hat mehrere Gründe – leider keine sachlichen.

Nachtrag:

Noch ein kleiner Hinweis: In Serumproben (Blut) sind Hormonmessungen nur sehr eingeschränkt aussagefähig. Niedrige Gesamthormonmessungen können auch andere Zusammenhänge deutlich machen und bedeuten leider nicht, dass tatsächlicher Mangel der eigentlich aktiven Hormone vorliegt. Genau dieser Irrtum führt oft zu völlig überzogenen, manchmal sogar gefährlicher Überdosierung! Ein Gynäkologe wird aber meistens genau diesen Serumtest veranlassen und seine Schlüsse ziehen – wenn überhaupt.

Diese komplexen Zusammenhänge sind für eine behutsame Hormonregulierung wichtig

Unser Weg muss also dahin führen, dass wir unsere Frauenärzte dafür sensibilisieren und auf einen Hormonstatus bestehen. Vielleicht ist das des Rätsels Lösung. Ich würde es mir sehr wünschen!! An dieser Stelle möchte ich mich sehr für die ausführliche Antwort und für ihre wichtige Arbeit bei Frau Buchner bedanken!!

 

 

 

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